RAW CORONA INFOS

Auswirkungen des Coronavirus auf das soziokulturelle Zentrum RAW Kultur L.

Die Ausbreitung des Coronavirus trifft uns alle mit voller Wucht. Die richtigen und wichtigen Maßnahmen der Bundesregierung gegen diese Pandemie haben aber zur Folge, dass gerade die Kultur-Branche, die sich ohnehin meist in prekären Situationen befinden, in eine existenzgefährdende Lage gerät. Zwar haben die Ministerien angekündigt, Finanzspritzen für Kleinunternehmer und Selbstständige zur Verfügung zu stellen, doch wahrscheinlich werden damit nicht alle Probleme aufgefangen. Das RAW Kultur L als soziokulturelles Zentrum, repräsentiert eine große Anzahl an Kulturbetrieben aller Couleur, die von der Krise betroffen sind.

 

Auf dieser Website wollen wir Informationen sammeln, um Kulturbetrieben sowie Kulturbetreibenden einen Überblick über die aktuelle Situation zu geben und Lösungsansätze zu liefern. Aktuelle Entwicklungen werden wir in dem integrierten Blog veröffentlichen. Um über die grundsätzliche Problematik aufzuklären, haben wir für die drei in unserem soziokulturellen Zentrum vertretenen Gruppen die unterschiedlichen Ausgangslagen unterhalb des Blogs skizziert. Bei den Gruppen handelt es sich um:

Hinweis: Diese Website erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ggf. können Widersprüchlichkeit bei den Lösungsansätzen auftreten. Wenn ihr über aktuelle Informationen zu den genannten Themen verfügt, schreibt uns bitte an: kommunikation@raw-kultur-l.de

1. Selbstständige Künstler*innen & Freiberufler

 

Problemlage:

  • Sämtliche Veranstaltungen wurden abgesagt. Die Auftragslage für Künstler geht somit gegen null.

  • Durch die verordnete Verminderung der sozialen Kontakte sind keine Workshopangebote und Unterrichtsmaßnahmen auf Honorarbasis mehr möglich. 

  • Alternative Verdienstmöglichkeiten durch Online-Seminare können nur bedingt für Abhilfe schaffen, da im Internet eine geringe Zahlungsmentalität vorherrscht. Zudem ist dies für manche Gruppen/Angebote gar nicht möglich (z.B. für Zirkusartist*innen).

  • Es fließen keine Einkünfte mehr, die Miete kann nicht mehr bezahlt oder ganz einfach der Lebensunterhalt nicht mehr eigenständig bestritten werden.

  • Viele Künstler*innen konnten in den vergangenen Jahren keine Rücklagen bilden. Das hat unsere Gesellschaft nicht zugelassen.

Lösungsansätze:

 

2. Körperschaften mit Mischfinanzierung

Problemlage:

  • Bereits bewilligte Förderungen können entfallen, da der Förderzweck nicht mehr eingehalten werden kann.

  • Nutzungsumlagen von Raumüberlassungen zur Querfinanzierung entfallen, da keine externe Vermietung mehr stattfindet. 

  • Es können keine Einnahmen mehr aus Eintrittsgeldern generiert werden. 

  • Zudem werden Mitgliedschaften aufgrund des nicht mehr vorhanden Angebots und der teilweise ebenfalls prekären Lage der Teilnehmenden gekündigt. Die entsprechenden Beiträge fallen weg.

Lösungsansätze:

  • Erlassen oder Aussetzen von fortlaufenden Zahlungen: Steuervorauszahlung, GEMA-Gebühren u.ä.

  • Kulanz bei der Förderungen einfordern: Nicht stattfindende Projekten, sollten nicht mit dem Bruch des Fördervertrags gleichgesetzt werden.

  • Ein Umwidmen von Förderungszwecken sollte in Absprache mit allen Beteiligten erleichtert werden.

  • Staatliche Rettungspakete sollten mindestens die laufenden Kosten abdecken.

  • Kurzarbeitergeld unbürokratisch ermöglichen.

  • Mietzahlungskulanz fordern. Zumindest bis staatliche Rettungspakete greifen.

  • Staatliche Mietzahlungszuschüsse bzw. Soforthilfen fordern.

 

3. Gastronomie & weitere Unternehmen

Problemlage:

  • Durch die Schließung kommt es zum 100%igen Einnahmeausfall: Keine Eintritts- und keine Bareinnahmen.

  • Für ausfallende, bereits geplante Veranstaltungen müssen Verbindlichkeiten gezahlt werden. Versicherungen zahlen in den meisten Fällen aufgrund von "höherer Gewalt" nicht.

  • Laufende Kosten (Gehälter, Mieten, Nebenkosten, GEMA etc.) können nicht bezahlt werden.

  • Laufende Kosten (Mieten, Mietneben- und Betriebskosten, Kredite, Leasing etc.) können nicht bezahlt werden.

  • Lebensmittel und Getränke können nicht verkauft werden und verderben ggf.

  • Evtl. gebildete Rücklagen werden innerhalb kürzester Zeit aufgebraucht.

Lösungsansätze: